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Wohn-Sinn: Deutschlandweites Bündnis für inklusives Wohnen gestartet

Alltag

Wohn-Sinn: Deutschlandweites Bündnis für inklusives Wohnen gestartet

Die Initiative des Studenten Tobias Polsfuß führte zur Gründung eines Vereins, der Menschenrecht für Menschen mit Behinderung realisieren will.

Jubel nach Gründung des Vereins. (Foto: Daniela Buchholz)

Jubel nach Gründung des Vereins. (Foto: Daniela Buchholz)

„Ein würdevolles Leben beginnt im alltäglichen Miteinander und endet, wenn Menschen als Problemfälle ausgegrenzt und in großen Institutionen fremdverwaltet werden. Mit unserem Bündnis für inklusives Wohnen können wir alternative, dezentrale und selbstbestimmte Wohnformen deutschlandweit verbreiten und einen Paradigmenwechsel in der Politik anregen.“
Samuel Flach, Gründungsmitglied

2016 gründete der Student Tobias Polsfuß ehrenamtlich die Onlineplattform WOHN:SINN, die über das Leben in gemeinsamen Wohngemeinschaften von Menschen mit und ohne Behinderung informiert und zeigt, wie man selbst eine solche inklusive WG gründen kann. Dem Münchner, der selbst seit fünf Jahren in einer inklusiven WG von Gemeinsam Leben Lernen e.V. wohnt, kam die Idee dazu schlicht aus der Verwunderung darüber, dass dieses erfolgreiche Wohnkonzept noch nicht weiter verbreitet ist. Die Resonanz auf die Onlineplattform war sowohl bei den inklusiven Wohnprojekten als auch in den Medien und der Öffentlichkeit „derart überwältigend, dass er sich dazu entschloss, verschiedenste Akteure aus dem Bereich des inklusiven Wohnens dazu einzuladen, gemeinsam ein Bündnis zu gründen“, heißt es in einer Mitteilung.

So kamen in den vergangenen Monaten von Hamburg bis Heilbronn und von Bremen bis Berlin die unterschiedlichsten Menschen und Organisationen zusammen, die der Gedanke eint, dass das selbstbestimmte Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Schnell wurde in den Treffen ersichtlich, dass dieses bunte Bündnis mit seiner Vielfalt an Perspektiven und Fähigkeiten ein enormes Potenzial birgt. Deshalb entschieden sie sich zur Gründung des Vereins „WOHN:SINN – Bündnis für inklusives Wohnen“.

„Dieses Menschenrecht ist leider immer noch eine Utopie“

„Ich freue mich sehr darauf, diesen tollen Verein nach vorne zu bringen und hab schon jetzt richtig Bock, alle Leute wieder zu sehen.“, erklärt Pierre Zinke aus Dresden, der seit letztem Jahr in der inklusiven WG 6plus4 wohnt, nachdem er in den Vorstand gewählt wurde. Großer Dank gilt Julia Meuter von der Stiftung Bürgermut für die professionelle Moderation und Begleitung des Gründungsprozesses.

Gemeinsam möchten die Initiatoren nun die inklusive Wohnszene besser vernetzen, Menschen bei der Gründung inklusiver Wohnprojekte unterstützen, Forschungsprojekte anstoßen und sich in Politik und Öffentlichkeit für inklusives Wohnen stark machen. Denn alle Bündnismitglieder sind sich einig: „Wo, wie und mit wem jemand leben möchte, sollte jeder Mensch selbst entscheiden können!“

Insbesondere für Menschen mit Behinderungen ist dieses Menschenrecht leider immer noch eine Utopie. „Damit sich das ändert, hoffen wir, dass sich uns noch ganz viele Menschen und Organisationen anschließen!“, so Initiator und stellvertretender Vorsitzender des Bündnisses Tobias Polsfuß. Alle Informationen zu einer Mitgliedschaft des Vereins (in Gründung) gibt es unter www.wohnsinn.org/mitglied-werden

Der frisch gewählte Vorstand Tobias Polsfuß, Julia Francis Kiefer, Rudi Sack, Prof. Jessica Lilli Köpcke, Pierre Zinke und Lars Gerhardt (nicht im Bild). (Foto: Daniela Buchholz)

Der frisch gewählte Vorstand Tobias Polsfuß, Julia Francis Kiefer, Rudi Sack, Prof. Jessica Lilli Köpcke, Pierre Zinke und Lars Gerhardt (nicht im Bild). (Foto: Daniela Buchholz)

Gründungsmitglieder: Gemeinsam Leben Lernen e.V., Lebenshilfe Dresden e.V., Offene Hilfe Heilbronn gGmbH, Gemeinwohlwohnen e.V., Inklusive WG Bremen e.V., LAG Eltern für Inklusion Hamburg e.V., Inklusiv Wohnen Köln e.V., id22:Institut für kreative Nachhaltigkeit e.V., Prof. Dr. Jessica Lilli Köpcke (Medical School Berlin), Stiftung Trias, Oekogeno e.G und einige Bewohner der inklusiven WG 6plus4 sowie Tobias Polsfuß, Raul Krauthausen und Ulrich Niehoff

Webseite: www.wohnsinn.org

(RP/PM)

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