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Zu behindert für die Liebe?

Das ROLLINGPLANET-Tagebuch

Zu behindert für die Liebe?

Außerdem: Neue Ausgabe von „Behinderte Menschen“ +++ Schwer daneben statt „Schwer in Ordnung“ +++ Einst Pflegefall, heute Weltenbummler +++ Die Frau, die Krebs ertasten kann +++ Kugelstoßerin trainiert mit behinderten Sportlern

Kämpft mit Vorurteilen: Anastasia Umrik (Foto: Privat)

Kämpft mit Vorurteilen: Anastasia Umrik (Foto: Privat)

„Frauen wie du haben es besonders schwer, einen Mann zu finden“, sagen die Leute zu Anastasia Umrik (30), die aufgrund einer Muskelerkrankung im Rollstuhl sitzt. Sie findet, eine Beziehung ist vor allem eine Entscheidung – unabhängig vom Merkmal Behinderung. Im Januar lernte sie einen neuen Freund kennen und lieben:

„So wunderbar er ist, so erschreckender die Vorurteile. Wenn sie eine Behinderung hat und er nicht, dann hat er wohl ein Helfersyndrom und sie ist dankbar, überhaupt einen Kerl abbekommen zu haben. Oder er ist pervers. Das denken die Leute. Dass es aber in privaten Räumen und Betten am Ende alles ganz anders abläuft, das denkt sich niemand. Dass ein Mann an der Seite einer Frau im Rollstuhl weder der Held, noch besonders stark ist, geht nicht in die Köpfe. Genau wie dass die Frau im Rollstuhl nicht auf Biegen und Brechen zusammen bleiben möchte, sondern dass sie einfach die besondere Begegnung wertschätzt. Eine Begegnung, in der beide mutig, offen und neugierig aufeinander zugegangen sind.“ Ze.tt

Schwer daneben statt „Schwer in Ordnung“

Die 14-jährige Hannah hat mit ihrer Idee, den Schwerbehindertenausweis in „Schwer-in-Ordnung“ umzubenennen, für viel Furore und Zuspruch gesorgt. In mittlerweile fünf Bundesländern (Niedersachsen, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Hamburg und jüngst Berlin) haben Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, eine Ausweishülle zu beantragen, die den Schwerbehindertenausweis verdeckt und stattdessen von außen sichtbar den Namen „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ zeigt. In Frankfurt dagegen hat man einen entsprechenden Vorschlag abgebügelt. Bild

Neue Ausgabe von „Behinderte Menschen“ erschienen

Die österreichische Zeitschrift „Behinderte Menschen“ bringt alle zwei Monate wissenschaftliche Artikel zu einem Schwerpunktthema, Reportagen, Lebensgeschichten, Meldungen, Literaturtipps, Fortbildungstermine und Kommentare. Produziert wird die Zeitschrift von der Firma Reha-Druck, in der behinderte Menschen Ausbildung und Arbeit finden. Soeben ist die neue Ausgabe (3/2018) mit dem Fokus „Angehörige“ erschienen.

„Für die meisten Angehörigen von Menschen mit Behinderung ist es bis zu einem akzeptierenden ,Es ist, wie es ist‘ ein langer Prozess. Viele Stationen plastern diesen Weg“, schreibt Chefredakteur Josef Fragner im Editorial und weist darauf hin, dass die Erfahrungen von Angehörigen genauso wichtig sind wie Wörter, die in Fachbüchern stehen.

So schildert in dem Heft Dieter Fischer den Prozess des Werdens als Angehöriger in einer Atmosphäre der Menschlichkeit und Achtsamkeit. Manfred Sonnleitner stellt Erfahrungen von Eltern bei der Geburt eines behinderten Kindes seinen persönlichen gegenüber. Wolfgang Jantzen gibt Familien das Wort, die mit schwer behinderten Kindern leben, und Ilse Achilles beschäftigt sich mit der Frage vieler Eltern: „Was wird mit meinem Kind, wenn es mich mal nicht mehr gibt.“ Das Heft kostet 12 Euro (außerhalb von Österreich 14 Euro) inkl. MwSt und Versand. www.behindertemenschen.at

Einst Pflegefall, heute Weltenbummler

Sven Marx (Foto: Privat)

Sven Marx (Foto: Privat)

Nach einer Hirnoperation galt Sven Marx als Pflegefall. Nun radelt der 51-Jährige seit April 2017 durch fünf Kontinente und wirbt für die Inklusion behinderter Menschen. Marx reist nicht nur um die Welt, er hat eine Mission. Er will zeigen, dass Menschen mit Behinderung mehr erreichen, als viele denken. Auf der Route 66 lernte er einen Behinderten mit einem Handbike kennen, in Japan eine Blinde auf einem Tandem. Solche Erlebnisse bestätigen ihn, weiterzumachen und andere zu ermutigen, ihm nachzueifern. Zeit Online

Die Frau, die Krebs ertasten kann

Andrea Windbichler ist blind, kann dafür umso besser tasten. So erkennt sie Brustkrebs weitaus früher als jeder Gynäkologe. Der findet Auffälligkeiten ab ein bis zwei Zentimetern – Windbichler schon ab sechs Millimetern. Welt

Kugelstoßerin trainiert mit behinderten Sportlern

Gelebte Inklusion: Alina Kenzel (20) bereitet sich auf die EM in einer „gemischten Trainingsgruppe“ am Olympiastützpunkt Stuttgart vor, gemeinsam mit Menschen mit Behinderung und Nachwuchsathleten. Bild

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

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